letztmalig überarbeitet: 01.10.2026
Das Wichtigste in Kürze:
- Kohlenhydrate gehören zu den Makronährstoffen und kommen in der Natur als Einfach-, Zweifach- sowie Vielfachzucker vor.
- Kohlenhydrate liefern Energie, die dem Körper schneller zur Verfügung steht als die Energie von Eiweiß oder Fett.
- Neatic beschränkt ausschließlich Einfach- und Zweifachzucker, die Lebensmitteln extra zugegeben werden; alle anderen Kohlenhydrate (z. B. in Obst, Milch, Getreide, Kartoffeln und Hülsenfrüchten) sind ohne Einschränkungen erlaubt.
Was sind Kohlenhydrate und wo kommen sie vor?
Kohlenhydrate gehören neben Eiweiß und Fett zu den Hauptlieferanten von Energie. Sie sind für den Körper schneller verfügbar als Eiweiß und Fett.
Drei verschiedene Arten von Kohlenhydraten werden unterschieden:
- Einfachzucker (Monosaccharide) sind Traubenzucker (Glukose), Fruchtzucker (Fruktose) und Schleimzucker (Galaktose). Diese kommen z. B. in Obst, Säften und Honig vor.
- Zweifachzucker (Disaccharide) sind Malzzucker (Maltose), Haushaltszucker (Saccharose) und Milchzucker (Laktose). Diese kommen z. B. in Milch und Kristallzucker vor. Zweifachzucker bestehen immer aus zwei miteinander verbundenen Einfachzuckern.
- Vielfachzucker (Polysaccharide) sind lange Zuckerketten wie Stärke oder Glykogen. Sie bestehen aus mehreren aneinander gereihten Einfachzuckern. Vielfachzucker kommen in Getreiden (z. B. Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Reis, Mais, Hirse), Hülsenfrüchten (z. B. Bohnen, Erbsen, Erdnüssen, Linsen) und Kartoffeln vor. Auch daraus hergestellte Lebensmittel wie Brot, Brötchen, Nudeln, Bratkartoffeln, Pommes und Kartoffelbrei sind reich an Vielfachzuckern. Vielfachzucker schmecken nicht süß, gehören aber zu den Zuckern, da sie über die Verdauung in Einfachzucker gespalten werden.
Die Spaltung der Kohlenhydrate
Zweifach- und Vielfachzucker setzen sich unterschiedlich aus Glukose, Fruktose und Galaktose zusammen. Damit der Körper aus ihnen Energie gewinnen kann, muss er sie zunächst zu Einfachzuckern spalten. Dafür kommen bei der Verdauung die Enzyme Amylase (für Mehrfachzucker) und Disaccharidase (für Zweifachzucker) zum Einsatz.
Zweifachzucker werden je einmal gespalten und es entstehen zwei Einfachzucker. Vielfachzucker müssen häufiger gespalten werden, um zu Einfachzuckern zu werden.
Kohlenhydrate haben ganz unterschiedliche Aufgaben
- Sie liefern dem Körper Energie (4 kcal/g)
- Sie speichern Energie, vor allem in der Leber und im Muskel in Form von Glykogen
- Sie haben einen süßen Geschmack (Einfach- und Zweifachzucker)
Wie viele Kohlenhydrate brauchst Du?
Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte eine ausgewogene Mischkost mehr als 50 % der Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten enthalten. Sie empfiehlt Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Kartoffeln als gesunde Kohlenhydratquellen, während zuckergesüßte Lebensmittel und Getränke vermieden werden sollten.
Die Nationale Verzehrsstudie II (2008) ergab, dass die durchschnittliche Kohlenhydratzufuhr unter der empfohlenen Menge lag und bei Frauen etwa 49 % sowie bei Männern etwa 45 % der Gesamtenergiezufuhr ausmachte. Anders als Eiweiß und Fett sind Kohlenhydrate jedoch keine essenziellen Nährstoffe. Das bedeutet, dass sie nicht zwingend über die Ernährung aufgenommen werden müssen, da der Körper die für seine Funktionen benötigte Glukose auch aus anderen Quellen als Kohlenhydraten herstellen kann.
Was sagt Neatic zu Kohlenhydraten?
Vielfachzucker sind in Neatic ohne Einschränkungen erlaubt.
Es werden ausschließlich Ein- und Zweifachzucker begrenzt, die Lebensmitteln extra zugegeben werden. Dazu zählen Haushaltszucker, Glukose, Fruktose und Mischungen daraus. In Neatic werden aber auch Sirup, Dicksaft, Fruchtsaft, Fruchtsaftkonzentrat und Honig beschränkt.
Obst dagegen ist erlaubt, solange es in seiner „essbarer Gesamtheit“ gegessen wird. Mit „essbarer Gesamtheit“ meint Neatic beispielsweise den Apfel ohne Kerngehäuse und mit Schale oder die Orange nicht auszupressen, sondern ebenfalls ganz zu essen. In diesem Fall selbstverständlich ohne Schale.
Hilft der Kohlenhydratverzicht bei der Gewichtsreduktion? Das sagt die Wissenschaft zur Low Carb Diät.
Literaturverzeichnis
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (2000): Kohlenhydrate. Online verfügbar unter https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/kohlenhydrate/%5d, zuletzt geprüft am 08.09.2026.
Höfler, Elisabeth; Sprengart, Petra (2018): Praktische Diätetik. Grundlagen, Ziele und Umsetzung der Ernährungstherapie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: WVG, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
Max Rubner-Institut Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (2008): Ergebnisbericht, Teil 2 Nationale Verzehrsstudie II. Die bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen. Online verfügbar unter https://www.mri.bund.de/fileadmin/MRI/Institute/EV/NVSII_Abschlussbericht_Teil_2.pdf, zuletzt geprüft am 16.09.2026.