Verarbeitungshilfsstoffe

Das sagt Neatic Verarbeitungshilfsstoffe

Das Wichtigste in Kürze:

  • Verarbeitungshilfsstoffe umfassen eine heterogene Gruppe von Substanzen, die Lebensmitteln vor allem aus technologischen Gründen zugesetzt werden, etwa um Volumen, Textur, Konsistenz, Stabilität, Aussehen oder Feuchtigkeitsgehalt zu verändern. Dazu zählen Trennmittel, Füllstoffe, Kohlensäurungsmittel, Emulgatoren, Festigungsmittel, Schaummittel, Geliermittel, Überzugsmittel, Feuchthaltemittel, Komplexbildner und Verdickungsmittel.
  • Verarbeitungshilfsstoffe sind Marker für hochverarbeitete Lebensmittel (MUP). Viele Produkte mit Verarbeitungshilfsstoffen enthalten zusätzlich weitere MUP wie zugesetzte Aromen, Süßungsmittel und verschiedene Zuckerarten.
  • Humanstudien haben insbesondere bei einigen Emulgatoren und Verdickungsmitteln Bedenken aufgeworfen. Für viele andere Verarbeitungshilfsstoffe wurden keine systematischen Langzeitstudien zu Essverhalten und kardiometabolischer Gesundheit durchgeführt.

Was sind Verarbeitungshilfsstoffe?

Verarbeitungshilfsstoffe umfassen eine heterogene Gruppe von Substanzen, die Lebensmitteln vor allem aus technologischen Gründen zugesetzt werden, etwa um Volumen, Textur, Konsistenz, Stabilität, Aussehen oder Feuchtigkeitsgehalt zu verändern. Die verschiedenen Verarbeitungshilfsstoffe und ihre Funktion sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Tabelle mit verschiedenen Verarbeitungshilfsstoffen und ihren Funtionen

Welche potenziellen Vorteile haben Verarbeitungshilfsstoffe?

Verbesserte Produkteigenschaften
Verarbeitungshilfsstoffe bieten Vorteile für Lebensmittelhersteller. Sie können Eigenschaften wie Textur, Konsistenz, Stabilität, Aussehen, Feuchtigkeitsbindung und Haltbarkeit verbessern, sodass Hersteller die gewünschten Produkteigenschaften während der Verarbeitung und Lagerung beibehalten können.

Welche potenziellen Risiken haben Verarbeitungshilfsstoffe?

Nachteilige Effekte auf das Darmmikrobiom und die Magen-Darm-Gesundheit
In einer randomisierten, kontrollierten Ernährungsstudie mit 16 gesunden Erwachsenen veränderte die tägliche Aufnahme von 15 g Carboxymethylcellulose (CMC, Emulgator) über 11 Tage die Zusammensetzung der Darmmikrobiota und des fäkalen Metaboloms, verringerte die mikrobielle Diversität und erhöhte geringfügig postprandiale Bauchbeschwerden. Eine placebokontrollierte, randomisierte Studie mit fünf Nahrungsemulgatoren zeigte niedrigere Konzentrationen kurzkettiger Fettsäuren, jedoch keine signifikanten Veränderungen der Darmpermeabilität, entzündlicher Marker oder metabolischer Parameter. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Humanstudien zeigte zudem, dass schlecht resorbierbare Polyole wie Sorbit und Mannit, die unter anderem als Füll- und Feuchthaltemittel eingesetzt werden, insbesondere in höheren Dosen Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall verursachen können. In einer kleinen randomisierten, kontrollierten Studie mit Patienten mit Colitis ulcerosa in Remission erlitten drei Teilnehmer unter dem Emulgator, Geliermittel und Verdickungsmittel Carrageen einen Rückfall, verglichen mit keinem Teilnehmer in der Placebogruppe.

Erhöhtes Risiko für Sterblichkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
In einer prospektiven Kohortenstudie mit 186.744 Teilnehmern der UK Biobank war eine höhere Aufnahme von Lebensmitteln mit den Verarbeitungshilfsstoffen Trennmittel und Verdickungsmittel signifikant mit einem erhöhten Sterberisiko assoziiert. Ein höherer Konsum mehrerer Emulgatoren war bei 95.442 Teilnehmern der französischen NutriNet-Santé-Kohorte mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert, wobei sich diese Assoziationen besonders für Cellulosen und die Emulgatoren Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren zeigten. Diese explorativen Studien können keine Kausalität belegen. Daher sind weitere mechanistische Studien notwendig, um die Rolle dieser Verarbeitungshilfsstoffe bei Sterblichkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser zu verstehen.

Beeinträchtigter Glukosestoffwechsel und erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes
In einer prospektiven Studie mit 104.139 Teilnehmern der französischen NutriNet-Santé-Kohorte war eine höhere Aufnahme mehrerer Emulgatoren, darunter Carrageen, Trikaliumphosphat, Natriumcitrat, Guarkernmehl, Gummi arabicum, Xanthan und Acetylweinsäureester von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren, mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert. In einer randomisierten, doppelblinden Crossover-Studie mit 20 Männern erhöhte der Emulgator, Geliermittel und Verdickungsmittel Carrageen die Darmpermeabilität, während BMI-abhängige Analysen bei Teilnehmern mit höherem Körpergewicht auf eine verringerte Insulinsensitivität des gesamten Körpers und der Leber sowie auf erhöhte Entzündungsmarker hindeuteten.

Erhöhtes Krebsrisiko
In einer prospektiven Studie mit 92.000 Teilnehmern der französischen NutriNet-Santé-Kohorte war eine höhere Aufnahme der Emulgatoren Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren mit einem erhöhten Risiko für Krebs insgesamt sowie für Brust- und Prostatakrebs assoziiert, während eine höhere Aufnahme des Emulgators, Geliermittels und Verdickungsmittels Carrageen mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs assoziiert war.

Hochverarbeitete Lebensmittel, übermäßige Energiezufuhr und Übergewicht
Laut der NOVA-Klassifikation sind Verarbeitungshilfsstoffe Marker für hochverarbeitete Lebensmittel (MUP). Damit ist per Definition jedes Produkt mit Verarbeitungshilfsstoffen ein hochverarbeitetes Lebensmittel (UPF). Erschwerend kommt hinzu, dass Lebensmittel mit Verarbeitungshilfsstoffen häufig weitere MUP wie Aroma und Süßungsmittel enthalten, die beide zu Überessen und Übergewicht führen. Führt der bevorzugte Verzehr von UPF zu einer Energiezufuhr über den Bedarf hinaus, kommt es zu Gewichtszunahme und Übergewicht.

Langfristige Effekte unzureichend untersucht
Für andere Verarbeitungshilfsstoffe wurden keine systematischen Studien durchgeführt, um die langfristigen Effekte auf das Essverhalten und die kardiometabolische Gesundheit zu untersuchen.

Was sagt Neatic zu Verarbeitungshilfsstoffen?

Verarbeitungshilfsstoffe bieten sensorische, aber keine physiologischen Vorteile. Die drei Neatic-Grundsätze erkennen mehr als 75 % aller UPF und damit auch die meisten Lebensmittel mit Verarbeitungshilfsstoffen. Wer Lebensmittel mit Verarbeitungshilfsstoffen noch zuverlässiger erkennen möchte, kann in der Zutatenliste nach den Signalwörtern „Trennmittel“, „Füllstoff“, „Kohlensäurungsmittel“, „Emulgator“, „Festigungsmittel“, „Schaummittel“, „Geliermittel“, „Überzugsmittel“, „Feuchthaltemittel“, „Komplexbildner“, „Verdickungsmittel“ oder „verdickend“ suchen.

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