Warum führen Aromen zu Übergewicht?

Neatic

Das Wichtigste in Kürze:

  • Aromen werden Lebensmitteln bei der Herstellung zugegeben und verleihen diesen einen besonderen Geschmack und Geruch.
  • Aromen verführen zum Überessen, weil sie Lebensmittel superlecker machen und den Geschmack von der tatsächlichen Nährstoffzusammensetzung entkoppeln.
  • Neatic bezeichnet Aromen als Geschmacksverführer mit dem größten Talent und vermeidet konsequent Lebensmittel, die Aromen enthalten.

Was sind Aromen?

Aromen sind Zutaten, die Lebensmitteln bei der Herstellung zugegeben werden. Sie können Lebensmitteln einen besonderen Geschmack und Geruch geben und den Geschmack dabei sogar verbessern.
Wenn Du mehr über den Einsatz von Aromen in Lebensmitteln wissen möchtest, dann klicke hier.

Wie führen Aromen zu Überessen und Übergewicht?

Aromen verleihen Lebensmitteln einen leckeren Geschmack und machen sie unwiderstehlich. Du isst mehr, obwohl Dein Kalorienbedarf längst gedeckt wurde. Dieses Essen aus Freude nennen Fachleute hedonisches Essen.

Aromen fördern das hedonische Essen!

Zudem entkoppeln Aromen den Geschmack von Lebensmitteln von ihrem Nährstoffgehalt.

Beim Verzehr eines Lebensmittels lernt der Körper den Geschmack des Lebensmittels mit den enthaltenen Nährstoffen zu verknüpfen. Isst Du z.B. ein Erdbeereis aus echten Erdbeeren, lernt Dein Körper, den Geschmack des Erdbeereises mit den Nährstoffen aus der Erdbeere zu verknüpfen. Beim Verzehr eines weiteren Erdbeereises erwartet Dein Körper dann aufgrund des Geschmacks wieder diese Nährstoffe. Wenn diese Nährstoffe im Eis tatsächlich enthalten sind, wird Dein Körper in seiner Erwartung bestätigt und kann diese Nährstoffe in Zukunft immer besser vorhersagen.

Doch mit Aromen wird die Situation für Deinen Körper verwirrend. Denn ein Eis, das nach Erdbeere schmeckt, kann nun auch bedeuten, dass nur wenige oder sogar gar keine Erdbeeren enthalten sind. Somit sind auch nicht die typischen Erdbeer-Nährstoffe enthalten. Das ist dann der Fall, wenn z.B. ein Erdbeer-Aroma zugesetzt wurde.

Ein Geschmack verliert durch die Zugabe von Aromen also seine Vorhersagefunktion für eine bestimmte Nährstoffzusammensetzung. Der Körper erwartet aufgrund des Erdbeergeschmacks die typischen Erdbeer-Nährstoffe, die jedoch durch die Zugabe von Erdbeer-Aroma gar nicht enthalten sind. Das verwirrt den Körper und erschwert in Zukunft das richtige Vorhersagen von Nährstoffen aufgrund eines bestimmten Geschmacks. Fachleute sprechen von einer Störung der Geschmack-Nährstoff-Assoziation.

Was passiert in dieser verwirrenden Situation? Du isst mehr. Denn Dein Körper ist verwirrt, dass er nicht die Nährstoffe erhält, die er erwartet. In dieser Situation lässt er Dich lieber etwas mehr essen, um einem eventuellen Mangel vorzubeugen.

Aromen stören die Geschmack-Nährstoff-Assoziation!

Das ist nicht bloße Theorie: Aromen werden aufgrund ihrer gewichtssteigernden Effekte in der Tiermast als Futterzusatzstoffe eingesetzt und beworben. Die Werbung verspricht, dass Aromen die Futteraufnahme und das Körpergewicht der Tiere erhöhen. Tierstudien belegen die wissenschaftliche Basis dieser Werbeaussagen.

Was sagt Neatic zu Aromen?

In Neatic werden Aromen aufgrund ihrer appetit- und gewichtssteigernden Effekte konsequent vermieden. Das konkrete Vorgehen ist in Grundsatz 1 zusammengefasst.

Grundsatz Nr. 1
Finden sich in der Zutatenliste die Begriffe „Aroma“ oder „Aromen“, dann vermeide diese Lebensmittel.

Mehr Informationen zum Programm findet Du hier.

Skizze von gefüllten Kaufhausregalen

Literaturverzeichnis:

Europäische Union (2008): Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 des europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Aromen und bestimmte Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften zur Verwendung in und auf Lebensmitteln sowie zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1601/91 des Rates, der Verordnungen (EG) Nr. 2232/96 und (EG) Nr. 110/2008 und der Richtlinie 2000/13/EG. L 354/34.

Neumann, Nathalie Judith; Fasshauer, Mathias (2022): Added flavors: potential contributors to body weight gain and obesity? In: BMC Med 20 (1), S. 417. DOI: https://doi.org/10.1186/s12916-022-02619-3.